Hartchrom

Hartverchromung

Hartchrom setzen wir dort ein, wo die Bauteiloberfläche eine höhere Verschleißfestigkeit, geringere Reibung oder die Wiederherstellung eines Funktionsmaßes erfordert.

Industriebauteil nach der Hartverchromung
Leistungsumfang

Was umfasst die Hartverchromung?

Den Leistungsumfang stimmen wir auf den Zustand des Bauteils, die erforderliche Oberfläche und seine Funktion in der Maschine ab. Wir können ausschließlich die Beschichtung ausführen oder das Bauteil vollständig aufarbeiten.

Hartverchromung von Oberflächen

Aufbringen einer funktionellen Hartchromschicht auf die Arbeitsflächen von Industriebauteilen und Walzen.

Aufarbeitung von Bauteilen

Wir entfernen die verschlissene Beschichtung, prüfen den Zustand des Bauteils und stellen die Arbeitsfläche wieder her.

Schleifen und Polieren

Nach der Hartverchromung kann die Oberfläche geschliffen, poliert oder gehont werden.

Neues Bauteil oder Nachfertigung

Wir fertigen neue Bauteile nach technischer Zeichnung oder bilden die Geometrie anhand eines Musters nach.

Prozessparameter

Technische Daten der Hartverchromung

Die Beschichtungsparameter stimmen wir auf die Funktion des Bauteils, den Grundwerkstoff und die Betriebsbedingungen ab. Die folgenden Werte beschreiben den typischen Bereich für Hartchrom.

Schichtdicke 10–200 µm standardmäßig. Größere Schichtdicken – nach individueller Prüfung und Angebotserstellung.
Hartchromhärte 850–1200 HVgemessen als Vickers-Mikrohärte.
Rauheit nach dem Polieren Ra 0,08–0,16 µmBei Präzisionsanwendungen ist ein Super-Mirror-Finish mit möglich. ..
Betriebstemperatur Volle Schichteigenschaften bis etwa 200°C. Dauerbetrieb bis etwa 400°C bei fortschreitender Abnahme der Härte. .. . .
Grundwerkstoffe Kohlenstoffstähle, nichtrostende Stähle und Gusseisen.
Oberflächen Außen- und Innenflächen.
Endbearbeitung Schleifen, Polieren und Honen – abhängig von der erforderlichen Arbeitsfläche.
Maximaler Durchmesser Bis ..
Maximale Länge Bis ..
Maximales Gewicht Bis ..
Auswahl für die Anwendung

Wann ist Hartchrom eine gute Wahl?

Die Beschichtung wird nicht allein nach der Härte ausgewählt. Entscheidend sind auch die Verschleißart der Oberfläche, der Anpressdruck, die Reibung, mögliche Stoßbelastungen und der Zustand des Bauteils.

Abrasiver Verschleiß

Eine Hartchromschicht erhöht die Beständigkeit der Arbeitsfläche gegen abrasiven Verschleiß.

Reibung und Gleitkontakt

Hartchrom hat einen niedrigen Reibungskoeffizienten und eignet sich daher für Oberflächen im Gleitkontakt.

Anpressdruck und mechanische Belastungen

Bei punktuellen Belastungen, Stößen und Biegespannungen ist Hartchrom weniger spröde als keramische Beschichtungen.

Aufarbeitung und Maßwiederherstellung

Eine verschlissene Beschichtung kann entfernt und erneut aufgebracht werden. Hartchrom kann außerdem zur Wiederherstellung der Arbeitsfläche eines Bauteils eingesetzt werden.

Zuerst die Betriebsbedingungen, dann die Beschichtung

Bei der Auswahl analysieren wir Verschleißart, Prozessmedium, Anpressdruck, Temperatur, Biegebeanspruchung und die Möglichkeit einer Aufarbeitung. Wenn die Betriebsbedingungen auf eine andere Lösung hinweisen, vergleichen wir Hartchrom mit einer geeigneten Beschichtungstechnologie.

Grundwerkstoff und Vorbereitung

Eine gute Beschichtung beginnt beim Grundwerkstoff

Das Endergebnis hängt nicht nur von Dicke und Härte der Hartchromschicht ab. Ebenso wichtig sind der Werkstoff des Bauteils, die Oberflächengeometrie und die Vorbereitung vor dem Beschichten.

  • Kohlenstoffstahl – ein üblicher Grundwerkstoff für die Hartverchromung.
  • Edelstahl – erfordert vor dem Galvanisieren eine geeignete Oberflächenaktivierung.
  • Gusseisen – kann als Grundwerkstoff für eine Hartchromschicht dienen.
  • Hochfeste Stähle – erfordern die Berücksichtigung des Risikos einer Wasserstoffversprödung.
Auftragsablauf

Von der Bauteilbeurteilung zur fertigen Oberfläche

Der Leistungsumfang hängt davon ab, ob ein Neuteil hartverchromt oder ein bereits eingesetztes Bauteil aufgearbeitet wird. Die einzelnen Schritte stimmen wir auf den Zustand des Grundwerkstoffs und die erforderliche Arbeitsfläche ab.

01 · ANALYSE

Anforderungen festlegen

Wir analysieren Dokumentation, Abmessungen, Funktion des Bauteils und die Betriebsbedingungen der Arbeitsfläche.

02 · PRÜFUNG

Beurteilung von Bauteil und Grundwerkstoff

Wir prüfen den Oberflächenzustand, die Geometrie und Bauteilmerkmale, die für den weiteren Leistungsumfang relevant sein können.

03 · AUFARBEITUNG

Entfernen der alten Hartchromschicht

Bei der Aufarbeitung wird die verschlissene Hartchromschicht elektrochemisch entfernt, ohne den Stahlgrundwerkstoff abzutragen. Bei einem Neuteil entfällt dieser Schritt.

04 · BESCHICHTUNG

Hartverchromung

Nach der Vorbereitung des Grundwerkstoffs wird entsprechend dem vereinbarten Leistungsumfang eine funktionelle Hartchromschicht aufgebracht.

05 · ENDBEARBEITUNG

Schleifen und Polieren

Die Oberfläche wird abschließend bearbeitet: Schleifen, Polieren und bei ausgewählten Anwendungen Honen.

06 · QUALITÄTSKONTROLLE

Oberflächenmessung

Vor dem Versand werden die Rauheit Ra und die Schichtdicke gemessen. Der Walze legen wir einen Prüfbericht bei.

Beurteilung des Bauteilzustands

Aufarbeiten oder neue Walze?

Eine verschlissene Beschichtung bedeutet nicht automatisch, dass eine neue Walze erforderlich ist. Die Entscheidung treffen wir nach Beurteilung des Walzenkörpers, der Geometrie und der weiteren Einsatzfähigkeit des Bauteils.

Aufarbeitung

Wann lohnt es sich, den vorhandenen Walzenkörper zu erhalten?

Wenn der Zustand des Metallteils und die Wandstärke die erforderliche Steifigkeit gewährleisten, kann eine verschlissene Walze erneut aufgearbeitet werden.

  • Entfernen der verschlissenen Hartchromschicht,
  • Prüfung der Geometrie des Walzenkörpers,
  • Wiederherstellung der Arbeitsfläche,
  • gegebenenfalls Arbeiten an Zapfen und Lagerstellen,
  • erneute Hartverchromung und Endbearbeitung.
Neuanfertigung

Wann ist eine neue Walze erforderlich?

Wenn der Zustand des Walzenkörpers die erforderliche Geometrie und Steifigkeit nicht mehr sicher gewährleistet, ist eine Neuanfertigung die geeignete Lösung.

  • zu geringe Wandstärke,
  • Zustand des Walzenkörpers, der eine weitere Aufarbeitung ausschließt,
  • Notwendigkeit einer neuen Geometrie,
  • Fertigung nach technischer Dokumentation,
  • Möglichkeit der Nachfertigung anhand eines Musters.
Prüfung und Angebot

Technische Daten vor Versand und Angebotserstellung

Wir prüfen die Parameter der ausgeführten Oberfläche. Vor Auftragsbeginn analysieren wir den Zustand des Bauteils und den erforderlichen Leistungsumfang.

Qualitätskontrolle

Was prüfen wir vor dem Versand?

Die fertige Oberfläche wird hinsichtlich der für die ausgeführte Beschichtung relevanten Parameter geprüft.

  • Messung der Rauheit Ra,
  • Messung der Dicke der Hartchromschicht,
  • technischer Prüfbericht.
Angaben für die Angebotserstellung

Welche Angaben benötigen wir für eine erste Beurteilung?

Welche Angaben benötigt werden, hängt davon ab, ob eine vorhandene Walze aufgearbeitet oder ein neues Bauteil gefertigt werden soll.

  • Aufarbeitung: Walzenabmessungen, Fotos sowie Angaben zur vorhandenen Beschichtung.
  • Neue Walze: technische Zeichnung.
Anwendungen

Wo werden hartverchromte Oberflächen eingesetzt?

Die Anforderungen an die Beschichtung ändern sich je nach Prozess. In der Papierindustrie steht die Verschleißfestigkeit im Vordergrund, während beim Drucken oder in der Folienherstellung die Oberflächenglätte eine andere Bedeutung hat.

Papier und Zellstoff

Feuchtigkeit, Abrieb und Kontakt mit Prozessmedien

Walzen arbeiten in einer Umgebung mit Feuchtigkeit, mineralischen Füllstoffen und Kontakt mit Abstreifelementen.

  • Verschleißfestigkeit der Oberfläche,
  • Einsatz in feuchter Umgebung,
  • Beständigkeit gegen Druck- und mechanische Belastungen.
Druck und grafische Industrie

Oberflächenpräzision und geringe Rauheit

Bei Druckanwendungen sind die Geometrie und eine sehr präzise Endbearbeitung der Arbeitsfläche entscheidend.

  • hohe Oberflächengenauigkeit,
  • geringe Rauheit Ra,
  • Möglichkeit eines Super-Mirror-Finishs.
Folien und Verpackungen

Materialkontakt und geringere Anhaftung

Bei Walzen für Folienanwendungen sind eine glatte Oberfläche, ein niedriger Reibungskoeffizient und ein stabiler Kontakt mit dem geführten Material entscheidend.

  • geringere Materialanhaftung,
  • geringer Oberflächenwiderstand,
  • gleichmäßige Führung der Folie über die Walzenoberfläche.
Textilien

Betrieb unter Druck und in Prozessmedien

Hartverchromte Walzen werden unter anderem in Färbelinien und Kalandern eingesetzt, wo die Oberfläche unter Druck und im Kontakt mit Prozessmedien arbeitet.

  • Beständigkeit gegen Oberflächenverschleiß,
  • geringere Faseranhaftung,
  • Schutz der Oberfläche des Stahlkörpers.
Technische Fakten

Was Sie über Hartchrom wissen sollten

Einige Eigenschaften von Hartchrom werden häufig zu stark vereinfacht. In der Praxis müssen die Eigenhärte der Beschichtung, ihr Verhalten bei Temperatur und der bedingte Korrosionsschutz getrennt betrachtet werden.

MYTHOS 01

„Hartchrom ist immer korrosionsbeständig“

Die Beschichtung schützt den Grundwerkstoff, solange sie unbeschädigt bleibt. Ein natürliches Netz aus Mikrorissen sowie lokale Beschädigungen können aggressiven Medien den Zugang zum Stahlgrundwerkstoff ermöglichen.

Die Korrosionsbeständigkeit muss daher immer im Zusammenhang mit der konkreten Betriebsumgebung beurteilt werden.

MYTHOS 02

„Die Härte von Hartchrom sollte am besten in HRC angegeben werden“

Die Eigenhärte der Hartchromschicht wird auf der Vickers-Skala angegeben: 850–1200 HV.

Eine Rockwell-Messung an einer dünnen Schicht kann auch den Einfluss des Grundwerkstoffs erfassen und dadurch für die Beschichtung selbst einen irreführend niedrigen Wert ergeben.

MYTHOS 03

„Hartchrom behält bis 400°C seine volle Härte“

Die vollen Schichteigenschaften bleiben bis etwa 200°C erhalten. Im Bereich von etwa 200–400°C nimmt die Härte schrittweise ab. .. . .

Etwa 400°C gelten als obere empfohlene Temperatur für den Dauerbetrieb, allerdings bereits bei reduzierter Schichthärte.

FAKT

Mikrorisse sind nicht immer ein Fehler

Ein feines, gleichmäßiges Netz aus Mikrorissen ist ein natürliches Strukturmerkmal von Hartchrom und kann zur Rückhaltung von Schmierstoff beitragen.

Es darf jedoch nicht mit breiten Rissen vom Typ „Mud Cracking“ verwechselt werden. Diese stellen einen Prozessfehler dar und können zum Abblättern der Beschichtung führen. ..

Technische FAQ

Häufig gestellte Fragen zur Hartverchromung

Die Beschichtungsparameter werden auf das Bauteil und seine Betriebsbedingungen abgestimmt. Im Folgenden beantworten wir die häufigsten Fragen vor einer Aufarbeitung oder der Herstellung einer neuen hartverchromten Oberfläche.

Wie dick ist eine Hartchromschicht typischerweise?

Der Standardbereich der Schichtdicke beträgt 10–200 µm. Größere Schichtdicken sind möglich, erfordern jedoch eine individuelle Prüfung und Angebotserstellung. 10–200 µm.

Welche Härte hat Hartchrom?

Die Eigenhärte der Beschichtung liegt typischerweise bei 850–1200 HV. Bei dünnen Schichten ist die Vickers-Mikrohärte die geeignete Bewertungsmethode. 850–1200 HV.

Welche Rauheit kann nach der Hartverchromung erreicht werden?

Nach dem Polieren liegt der typische Bereich bei Ra 0,08–0,16 µm. Bei Präzisionsanwendungen ist ein Super-Mirror-Finish mit Ra < 0,08 µm möglich. Ra 0,08–0,16 µm. ..

Bis zu welcher Temperatur kann Hartchrom eingesetzt werden?

Bis etwa 200°C bleiben die Eigenschaften der Beschichtung praktisch unverändert. Im Bereich von etwa 200–400°C nimmt die Härte schrittweise ab; etwa 400°C gelten daher als obere empfohlene Temperatur für den Dauerbetrieb. . .

Schützt Hartchrom vor Korrosion?

Ja, der Schutz ist jedoch an Bedingungen gebunden. Die Beschichtung schützt den Grundwerkstoff, solange sie unbeschädigt bleibt. Durch Mikrorisse oder lokale Schäden können aggressive Medien den Stahlgrundwerkstoff erreichen und Unterwanderungskorrosion auslösen.

Welche Werkstoffe können hartverchromt werden?

Hartchrom kann unter anderem auf Kohlenstoffstähle, nichtrostende Stähle und Gusseisen aufgebracht werden. Die Oberflächenvorbereitung hängt vom Grundwerkstoff und seinen Eigenschaften ab. ..

Kann eine verschlissene Walze erneut hartverchromt werden?

In vielen Fällen ja. Die alte Beschichtung kann elektrochemisch entfernt, anschließend die Geometrie des Walzenkörpers geprüft und ein neuer Vorbereitungs- und Hartverchromungszyklus durchgeführt werden. Ob eine Aufarbeitung möglich ist, hängt jedoch vom Zustand des Metallteils ab.

Umfasst die Aufarbeitung nur die Beschichtung?

Nicht zwingend. Je nach Zustand der Walze kann der Umfang auch mechanische Arbeiten an Zapfen, Lagersitzen und Stirnteilen sowie das Auswuchten umfassen, damit das Bauteil montagebereit zurückgegeben werden kann.

Welche Bauteilabmessungen können hartverchromt werden?

Der Leistungsbereich umfasst Bauteile bis etwa Ø 600 mm, bis 6000 mm Länge und bis 2500 kg Gewicht. Größere Abmessungen erfordern eine individuelle Prüfung der Fertigungsmöglichkeiten. .. . . ..

Welche Angaben werden für ein Angebot zur Hartverchromung benötigt?

Für eine Aufarbeitung benötigen wir vor allem die Walzenabmessungen, Fotos und Angaben zur vorhandenen Beschichtung. Bei einer Neuanfertigung ist eine technische Zeichnung die Grundlage. .. ..

Technische Anfrage

Haben Sie ein Bauteil zum Hartverchromen oder Aufarbeiten?

Senden Sie uns die grundlegenden Angaben zum Bauteil. Auf dieser Basis beurteilen wir den Leistungsumfang und wählen das geeignete Vorgehen.

Was sollten Sie vorbereiten?

Angaben für eine erste Beurteilung

  • Aufarbeitung: Fotos des Bauteils und grundlegende Abmessungen.
  • Angaben zur vorhandenen Beschichtung und zu den Stellen, an denen sie verschlissen oder beschädigt ist.
  • Neues Bauteil: technische Zeichnung, sofern verfügbar.
  • Angaben zur Funktion des Bauteils, sofern diese für die Auswahl der Oberfläche relevant sind.