| Härte |
850–1200 HV Eigenhärte der Hartchromschicht in Vickers. |
1200–1800 HV Höhere, für Cr₂O₃-/Al₂O₃-Keramikbeschichtungen typische Härte. |
Eine höhere Härte bedeutet nicht automatisch die bessere Wahl. Druck, Stoßbeanspruchung, Biegung und das Walzensubstrat müssen ebenfalls berücksichtigt werden. |
| Abriebfestigkeit |
Gute Verschleißfestigkeit in vielen industriellen Anwendungen, insbesondere wenn zusätzlich ein niedriger Reibungskoeffizient wichtig ist. |
Sehr gut bei gleichmäßigem Abrieb der Arbeitsoberfläche, ohne Stöße und ohne hohe punktuelle Belastungen. |
Bei gleichmäßigem Verschleiß kann Keramik Vorteile haben. Bei Stößen und punktuellen Überlastungen ist Vorsicht erforderlich. |
| Reibung und Gleiten |
Stärke von Hartchrom Ein niedriger Reibungskoeffizient unterstützt Gleitbetrieb, Materialführung und die Reduzierung von Anhaftungen. |
Kann in Führungs- oder Dosieranwendungen eingesetzt werden; die Auswahl hängt jedoch von Medium, Rauheit und Kontaktart ab. |
Bei Gleitreibung bleibt Hartchrom häufig eine robuste Wahl, insbesondere wenn die Oberfläche später aufgearbeitet werden soll. |
| Stöße |
Verträgt Stoßbelastungen besser als Keramikbeschichtungen. |
Sie ist hart, aber spröder; deshalb sind Stöße eine wesentliche Einschränkung. |
Wenn im Prozess Stöße, Kollisionen oder Fremdkörper zwischen den Walzen auftreten können, muss Keramik besonders sorgfältig bewertet werden. |
| Punktuelle Belastung |
Kann bei lokaler Oberflächenbelastung vorteilhafter sein, sofern das Walzensubstrat eine ausreichende Tragfähigkeit aufweist. |
Hohe punktuelle Belastungen erhöhen das Risiko von Rissen oder Beschädigungen der Beschichtung. |
Eine harte Beschichtung allein reicht nicht aus, wenn Walzenkern oder Geometrie die Belastungen nicht tragen können. |
| Biegespannungen |
Kann die bessere Option sein, wenn die Walze unter Last arbeitet und sich durchbiegen kann. |
Verträgt hohe Biegespannungen aufgrund der Sprödigkeit der Beschichtung schlechter. |
Bei langen oder stark belasteten Walzen muss nicht nur die Beschichtung, sondern auch die Steifigkeit des gesamten Bauteils bewertet werden. |
| Betrieb mit Flüssigkeiten und Chemikalien |
Kann in anspruchsvollen Umgebungen eingesetzt werden; der Korrosionsschutz ist jedoch bedingt und hängt vom Zustand der Beschichtung ab. |
Kann Vorteile beim Betrieb mit Flüssigkeiten, Lack, Farbe oder chemischen Medien haben, sofern die Anwendung keine Stöße und hohen punktuellen Belastungen erzeugt. |
Dies ist einer der Bereiche, in denen sich eine Analyse technischer Keramik häufig lohnt. |
| Korrosion |
Schützt das Stahlsubstrat nur solange die Beschichtung unbeschädigt ist. Nach einer Beschädigung kann das Medium über Mikrorisse zum Substrat gelangen. |
Kann in ausgewählten chemisch anspruchsvollen Umgebungen vorteilhaft sein; die Auswahl hängt jedoch vom Medium und der Betriebsweise ab. |
Keine Beschichtung sollte als bedingungsloser Schutz betrachtet werden. Entscheidend ist das Gesamtsystem aus Beschichtung, Substrat, Schichtintegrität und Betriebsbedingungen. |
| Aufarbeitung |
einfachere Aufarbeitung Verschlissener Hartchrom kann entfernt und erneut aufgebracht werden, sofern der Zustand des Kerns dies zulässt. |
Die Aufarbeitung oder erneute Herstellung der Beschichtung erfordert eine individuelle technologische Bewertung. |
Bei teuren oder für eine bestimmte Maschine gefertigten Walzen kann die Möglichkeit zur Aufarbeitung ein wichtiges Argument für Hartchrom sein. |
| Cr(VI) und regulatorische Aspekte |
Die Hartverchromung ist ein galvanischer Prozess auf Basis von Chromverbindungen. |
Technische Keramik kann die Abhängigkeit von Cr(VI)-basierten galvanischen Prozessen reduzieren, jedoch nur wenn die Betriebsbedingungen den Einsatz einer Keramikbeschichtung zulassen. |
Ein ökologisches oder regulatorisches Argument sollte die technische Analyse der Anwendung nicht ersetzen. |